Baustellen überbrücken

Baustellen überbrücken

Bauarbeiten auf viel befahrenen Strassen führen oft zu Stau und damit grossem Ärger im Verkehr. Für Baustellen auf der Autobahn plant das ASTRA nun den Einsatz einer Hilfskonstruktion: die ASTRA Bridge.

Die Zahlen sprechen für sich: Bis 2040 erwartet die Schweiz bis zu 20 Prozent mehr Verkehr. Die Instandhaltung der Strassen wird aufwändiger, doch durch den ansteigenden Verkehr werden die Zeitfenster für Unterhaltsarbeiten in der Nacht kürzer. Die Herausforderung für erfolgreiche Bauarbeiten auf Autobahnen wird dadurch nicht kleiner. Diese Entwicklung sei bereits jetzt zu beobachten, sagt Jürg Merian, Projektleiter beim ASTRA. Seit 13 Jahren arbeitet er fürs ASTRA, nachdem er eine Tiefbauzeichnerlehre und danach Zusatzausbildungen als Maurer, Polier und Bauführer gemacht hat.

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«Es wird auch zunehmend herausfordernd, die Sicherheit der Bauarbeiter zu gewährleisten», berichtet er. So gäbe es immer wieder Leute, die in der Nach in Baustellenbereiche hineinfahren. Was tun? Das ASTRA hat eine Antwort: Eine mobile Brücke bauen.

4.32 Meter hoch, 7.30 Meter breit und 236 Meter lang – so soll die Brücke sein, die seit 2019 bei ARGE Marti Technik & Senn AG in Entwicklung ist. Die Brücke wird über die Baustelle auf der Autobahn hingestellt, in jeweils 14 Stunden soll sie aufgebaut sein. Die Verkehrsteilnehmer werden über Auffahrts- und Abfahrtsrampen auf die Brücke und wieder runter gelangen. Angezeigte Geschwindigkeit: 60 km/h.

Abb03_ASTRABridge_Seite
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Es besteht das Risiko, dass Verkehrsteilnehmende durch die ungewohnte Situation abbremsen und dadurch Stau auslösen. Nach einer Angewöhnungsphase wird die ASTRA Bridge jedoch einen wichtigen Beitrag zur Minimierung von Stau durch Baustellen leisten können. Heutzutage sind bei Sanierungsarbeiten auf Autobahnen oft beide Fahrtrichtungen betroffen, da Spuren auf die Gegenfahrbahn gelenkt werden müssen. Da die ASTRA Bridge den Verkehr über die Baustelle führt, wird der Gegenverkehr auf der Autobahn grundsätzlich kaum von den Arbeiten beeinflusst.

Die Idee einer “Überbrückung” von Baustellen ist nicht unbedingt neu. Mit der sogenannten Fly-Over-Rampe können bereits heute Fahrbahnübergänge in einem Arbeitsraum von rund drei Metern unter Verkehr instand gestellt werden. Vom Vorgängermodell inspiriert, wurde diese Idee mit der ASTRA Bridge weiterentwickelt. Zum einen ist die Brücke mit Rädern ausgestattet und damit mobil. Zum anderen steht unter der ASTRA Bridge mit rund 100 Metern Arbeitsfläche viel mehr Platz für Arbeiten zur Verfügung. «Die ASTRA Bridge ist einzigartig», sagt Jürg Merian.

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Die Entwicklung der Brücke ist weit fortgeschritten, im Frühling 2022 wird sie im Rahmen eines Pilotprojekts bei Belagssanierungen auf dem A1-Abschnitt zwischen Recherswil und Luterbach zum Einsatz kommen, 2023 soll die Baustelle dann fertig sein.

«Diese Neuerung kann nicht zuletzt auch das Berufsleben der Strassenbauer positiv beeinflussen», ist Jürg Merian überzeugt. «Mit der ASTRA Bridge müssen die Leute weniger Nachtarbeit leisten und können abgetrennt vom Verkehr sicher arbeiten.» Die Arbeiten können während normaler Verkehrsbelastung durchgeführt werden. «Wer auf Autobahnen arbeitet, kann mit der ASTRA Bridge vermehrt ein geregeltes Sozialleben führen.» Gute Aussichten für alle Beteiligten: Nicht nur der Stau wegen Baustellen soll zunehmend der Vergangenheit angehören, die Nachtschichten für Bauarbeiter auf der Autobahn ebenso.

Eine Karriere auf dem Bau hat viel zu bieten. Um Fachkräfte der Zukunft anziehen, ausbilden und in der Branche halten zu können, kommt den Bauunternehmen eine zentrale Rolle zu. Auf den Baustellen der einzelnen Firmen entscheidet sich, ob interessierte Talente bleiben und zu Leistungsträgern werden können. Viele Mitglieder des SBV machen hier einen tollen Job. In der Berufswerbungskampagne setzt der SBV bewusst auf gute Geschichten direkt aus den Unternehmen.

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