DIE GROSSSTADT-PROFIS

DIE GROSSSTADT-PROFIS

In der Stadt Bern kennt man sie unter dem Namen Fricap. Ausgeschrieben heisst das Friedli + Caprani AG und bedeutet: Hier sind absolute Innenstadt-Profis am Werk. Tram, Bus, Velo und Fussgänger – kein Problem für die rollenden Teams der Fricap.

Geschäftsführer Christoph Zaugg erklärt, was beim Strassen- und Tiefbau in der Stadt denn so anders ist, als auf dem Land: «In der Stadt Bern hat es viele Anstösser, private Eigentümer, Unternehmen, öffentlichen und privaten Verkehr und natürlich Fussgänger und Velofahrer. Auf jeden dieser Komponenten gilt es Rücksicht zu nehmen bei der Planung und beim Bau.» Heisst, die Baustellensignalisation muss wirklich «verhäbe», Löcher müssen immer abgedeckt, und sowohl Trams und Busse wie auch Fussgänger und Velofahrer müssen sicher durch den Baustellenbereich kommen: «Wir haben ein ausserordentlich grosses Lager an Stahlplatten und Fussgängerbrücken. Alle unsere Bagger über fünf Tonnen fahren mit Pneu, die kleineren auf Raupen. So sind wir flexibel und jederzeit schnell vor Ort.»

Mit dem Rollstuhl unterwegs

Und Zaugg geht sogar noch einen Schritt weiter mit seinem Team: Im Rahmen des Projektes «Perspektivenwechsel» der Stadt Bern, besuchen alle Führungspersonen einen Kurs für behindertengerechtes Bauen. «Ich habe den Perspektivenwechsel bereits letztes Jahr gemacht. Es ist schon eindrücklich, wenn man plötzlich mit dem Rollstuhl über viel zu hohe Trottoirränder fahren muss. Diese Aktion stiess auf riesiges Interesse bei meiner Belegschaft. Ich denke, es ist ein wichtiger Schritt, um auf das Thema aufmerksam zu machen.» Körperlich beeinträchtigte Personen sind nicht nur Menschen im Rollstuhl, das können auch ältere Leute sein, die schlecht zu Fuss sind oder Eltern mit Kinderwagen.

Kein Grand Prix ohne Fricap

Christoph Zaugg, gelernter Hochbauzeichner und Baumeisterschule-Absolvent, kam von einem Unternehmen in Huttwil: «Ich wollte vom Land in die Stadt, eine neue Herausforderung annehmen.» Nach seinem Eintritt hat er mit dem damaligen Bauführer und heutigen Lehrlingsverantwortlichen Stephan Howald das Lehrlingswesen der Firma komplett entstaubt: «Wir haben einen Strassenbau-Lernenden pro Jahr. Die Lernenden werden gut betreut. Das heisst, einer unserer Poliere ist Ansprechpartner, Ersatzvater, Blitzableiter und Ausbildner in einem.» Als weitere Neuerung ist Zaugg stolz auf den Firmensitz an der Wangenstrasse ausserhalb von Bern-Bümpliz: «Bis vor fünf Jahren waren wir in einer Wohnung mitten in der Stadt. Jetzt sind wir in einem Neubau hier auf unserem Werkhof-Gelände. Die Mitarbeitenden haben einen Aufenthaltsraum und sämtliche Nebengebäude, die früher aus eher wackligem Holz gezimmert waren und bei grossen Schneemassen schonmal eingebrochen sind, wurden durch moderne Lagerhallen ersetzt.» Etwas allerdings ist immer noch beim Alten und wird auch so bleiben: «Die Fricap ist seit vielen Jahren zuständig für die Signalisationen am Grand Prix, das ist der grösste Laufsportanlass in Bern.» Ein Unternehmen, das in mehr als einem Bereich richtungsweisend ist, könnte man sagen.

Text: B. Magazin