Kurzpraktika für Lehrpersonen

Kurzpraktika für Lehrpersonen

Das Weiterbildungsangebot „Kurzpraktika für Lehrpersonen“ der IG Bau- und Haustechnik dauert drei bis fünf Tage und sorgt bei Lehrerinnen und Lehrern für zusätzliches, praktisches Wissen, welches für den Berufswahlunterricht sehr wertvoll ist. Serge Rüfenacht, Reallehrer an den Schulen Grauholz, hat dieses Angebot genutzt und ein Kurzpraktikum als Maurer bei der Mäusli Bau AG in Seedorf (BE) absolviert.

Serge Rüfenacht bei der Arbeit

Serge Rüfenacht hat sich für diese Art einer Weiterbildung entschieden, weil er der Berufswahl einen höheren Stellenwert einräumen möchte und sicherstellen will, dass die Jugendlichen optimal bei diesem anspruchsvollen Prozess begleitet und unterstützt werden. Deshalb sind Einblicke und Erfahrungen aus dem Berufsalltag von grossem Nutzen. Für ein Praktikum als Maurer hat er sich entschieden, weil ihn die körperliche Betätigung reizte und der Berufswunsch Maurer doch ab und zu bei Schülern genannt wird. Laut Serge Rüfenacht bestehen in der Gesellschaft immer noch viele Vorurteile gegenüber den Bauberufen. Eltern, insbesondere mit akademischer Laufbahn, reagieren oft nicht sehr begeistert, wenn ihr Kind als Wunschberuf Maurer nennt. Die Meinung, dass sich dieser Beruf eher für schwache Schüler*innen eignet, ist nach wie vor in vielen Köpfen verankert. «Ein Maurer erhält jedoch eine sehr professionelle und vielseitige Ausbildung», so Rüfenacht. Viele sind sich nicht bewusst, dass nach einer abgeschlossenen Lehre attraktive Weiterbildungsoptionen offen stehen. Neben weiteren Möglichkeiten kann er über den Vorarbeiter, Polier und Bauführer bis zum Baumeister oder mit der Berufsmaturität zum Bauingenieur die Karriereleiter hochklettern. Ein Maurer muss nicht zwingend bis zur Pensionierung bei Wind und Wetter harte körperliche Arbeit verrichten. Qualifizierte Berufsleute sind sehr gefragt und die Anforderungen vielseitig und anspruchsvoll. Für Jugendliche, welche genug vom schulischen Lernen haben, sich auf ein Gebiet spezialisieren und gleich in die Arbeitswelt eintauchen wollen, ist dieser Weg sicher der richtige und die Zukunftsaussichten sind im Vergleich zum gymnasialen Weg absolut gleichwertig.

Serge Rüfenacht ist Teil des Teams

Die drei verbrachten Tage auf der Baustelle haben Serge Rüfenacht sehr gefallen. Alle Beteiligten gaben sich grosse Mühe, ihm verschiedene Aspekte und Arbeitsschritte zu erklären. Während seinem Praktikum war es immer über dreissig Grad heiss, aber die Arbeit im Freien, die körperliche Herausforderung sowie das kollegiale Arbeitsklima schätzte er sehr. Der Perspektivenwechsel war für ihn eine wertvolle Erfahrung und für seinen Berufswahlunterricht konnte er einige nützliche Erfahrungen und Inputs sammeln.