Esteban, der Kämpfer

Esteban, der Kämpfer

Früher konnte er nicht verlieren. Inzwischen ist es für Esteban wichtiger, im Kampf alles zu geben. Der Jugendliche ist 2018 Schweizer Ringer-Meister seiner Altersklasse geworden.

Unterwallis, die Felder und vereinzelten Häuser liegen im Dunkeln. Abseits der Dorfstrasse durch Muraz steht hell erleuchtet der Club de lutte – der Ringer-Club. Die Ringer der Junior-Kategorie (17 bis 20 Jahre) kommen aus der Garderobe und wärmen sich auf. Einer von ihnen: Esteban Tscharner, Strassenbau-Lernender. Keine Frage, Estebans Gegner müssen sich warm anziehen ...

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Verlieren ging gar nicht

Das erste Mal stand er mit acht Jahren auf der Matte. «Ich war hyperaktiv», erklärt er. Die Bewegung sollte ihm helfen, ruhiger zu werden. Das Ringen gefiel ihm auf Anhieb. Einzig mit dem Verlieren hatte er ein Problem.

Dies wurde gleichzeitig seine stärkste Motivation. «Ich bin drangeblieben und habe mich immer wieder gepusht.» Sein Trainer Patrick Vieux ist stolz auf ihn: «Esteban ist hochmotiviert. Trotz seiner Lehre trainiert er wenn möglich dreimal pro Woche.»

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Kampfsport mit Technik

«Du musst physisch, mental und technisch parat sein.» Ziel ist es, den Gegner mit beiden Schulterblättern auf die Matte zu bringen. Dabei werden verschiedene Griffe und Techniken angewendet. Wie beim Boxen gibt es Punkte dafür.

«Es gibt über 100 verschiedene Griffe. Die müssen perfekt sitzen und automatisch kommen, denn zum Überlegen bleibt keine Zeit», so sein Trainer. 

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Bis an die Europameisterschaft

Estebans Stärke liegt in seiner Kraft. Er hat viel Energie, ist explosiv. «Ich habe gelernt, dass ich nicht immer gewinnen kann. Wenn ich mein Bestes gegeben habe, kann ich eine Niederlage akzeptieren und es besser zu machen.» 

2018 wurde Esteban in der Kategorie Kadetten Schweizer Meister. «Auf diesen Titel bin ich stolz. Doch ich hätte ihn nie erreicht ohne meine Trainer. Sie unterstützen mich, wo sie nur können.» Seit 2019 ringt er bei den Junioren. Sein Ziel? «Ich möchte ins Nationalkader und an der Europameisterschaft antreten, bevor ich 20 bin.» 

Text: B. Magazin