Oliver für alle Fälle

Oliver für alle Fälle

Er hat seine Grundbauer-Lehre mit einer glatten 6 abgeschlossen und ist bereits mitten in der Ausbildung zum Bauführer. Oliver Zehnder wird von der Marti AG überall dort eingesetzt, wo Not am Mann ist.

Oliver Zehnder, 26, aus Urdorf / ZH ist ein vielbeschäftigter Mann: Nachdem er im letzten Sommer seine Grundbauerlehre mit Bestnote 6.0 abgeschlossen hatte, begann er im Oktober mit der Bauführer-Ausbildung in Zürich. «Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre», erzählt Oliver. «Weil es ein Technikerlehrgang ist, muss ich Englisch und Deutsch gut beherrschen.» Sprachen, so der 26-Jährige, seien nicht seine Stärke. Deshalb besucht er die nächsten Jahre nicht nur jeden Freitagabend und Samstag die Bauführerschule sondern am Mittwochabend auch die Englischklasse. «Zum Glück ging ich während der Grundbauer- Ausbildung auch in die Schule, so konnte ich mich wieder an das Stillsitzen gewöhnen», lacht er. Der gelernte Baumaschinenmechaniker hat nach seiner Lehre bereits vier Jahre auf dem Beruf gearbeitet, bevor er sich für die Zusatzlehre im Grundbau entschied: «Bei der Richi AG, wo ich meine Ausbildung als Baumaschinenmechaniker machte und im Anschluss auch arbeitete, hatte ich viele Freiheiten. Es war eine spannende Zeit in der ich vom Auto über den Lastwagen und Kran bis hin zum Bohrgerät alles in die Finger bekam.» Und eben diese Bohrgeräte machten Oliver auf den Grundbauerberuf aufmerksam. «Als Baumaschinenmechaniker hat man nicht viele Aufstiegsmöglichkeiten», so der ehrgeizige Berufsmann. Und, fügt er lachend hinzu, er sei Abend für Abend dermassen schmutzig und ölverschmiert heimgekommen, dass die Waschmaschine seiner Mutter schwarz wurde. «Die Nachbarn in unserem Block hatten natürlich keine Freude daran.»

Oliver

Hockey und lernen am Sonntag
Mit 24 Jahren also entschloss sich Oliver zu einer Zusatzlehre als Grundbauer. Der Sohn eines Baumeisters mit eigenem Unternehmen wollte weiterkommen und konnte gleich zwischen vier Lehrbetrieben auswählen: «Als ich mich bei der Marti AG in Zürich vorstellte, wusste ich gleich: Das passt.» Nicht nur das Team sei hier super, auch das Arbeitsgebiet passt Oliver gut: Die Marti AG ist vorwiegend in der Deutschschweiz unterwegs. Neben seinem 100-Prozent-Job, der Weiterbildung zum Bauführer, und dem Englischkurs ist Oliver sehr aktiv im Turnverein. Er trainiert jeden Dienstag- und Donnerstagabend die Kleinen und gehört zum Leiterteam der Aktivliga. «Ich bin im Vereinsvorstand, trete am nächsten Turnerfest im Siebenkampf an und nehme mit meiner Gruppe auch am Sektionsturnfest teil.» Neben der Arbeit, der Schule und dem Turnen bleibt Oliver fürs Nichtstun also nur noch der Montagabend und der Sonntag. Doch ist dem so? «Am Sonntagabend spiele ich jeweils Eishockey», lacht er. Und tagsüber wird gelernt. «Die Schule und die Lernerei fallen mir eigentlich nicht schwer. Viele meiner Kollegen machen eine Weiterbildung und müssen ebenfalls lernen. Das motiviert mich.» Zudem ist Oliver letzten Herbst von zuhause ausgezogen und hat jetzt eine eigene Wohnung. Also auch noch einen Haushalt zu schmeissen? «Da ich nicht so oft zuhause bin, gibt es auch nicht allzu viel zu putzen, worüber ich nicht unglücklich bin», lacht er.

Oliver 2

Youtube hilft weiter
Oliver ist einer von drei Brüdern, die alle auf der Baustelle gross geworden sind. «Meine beiden Brüder haben beide eine Maurerlehre absolviert und arbeiten im Hochbauunternehmen meines Vaters.» Und woher kommt sein grosser Ehrgeiz?
«Mein Grossvater war zwar nicht in der Baubranche, er hat bei der Siemens gearbeitet. Aber er war ebenfalls sehr ehrgeizig und hat es weit gebracht.» Olivers Motto heisst, nicht stehenzubleiben. Der Grundbau ist für ihn ein spannendes Gebiet, beidem er noch viel dazulernen und entdecken kann. Hier sieht Oliver seine Zukunft: «In dieser Sparte trage ich relativ früh viel Verantwortung. Die Arbeit macht mir grossen Spass und wir sind ein extrem gutes Team hier.» Überhaupt, Teamwork spielt eine grosse Rolle: «Wir sind fast wie eine Familie. Da wir immer in Dreier- oder Vierergruppen unterwegs sind, muss die Zusammenarbeit funktionieren. » Das gefällt dem 26-jährigen Bauprofi: «Ich kann es mit allen gut. Mal bin ich als Polier, mal als Vorarbeiter oder Bauführer und manchmal auch als Handlanger im Einsatz – halt gerade dort, wo Not am Mann ist.» Oliver ist ehrgeizig und möchte weiterkommen. Zur Vorbereitung für die Lehrabschlussprüfung hat er sich jede Menge Videos auf Youtube angeschaut und sich zusätzliche Informationen aus Magazinen von Maschinenherstellern geholt: «Es gibt so viele verschiedene Maschinen, in der Schule lernten wir nur einen Bruchteil davon kennen.» So macht man das also, wenn man die Lehre mit Note 6 abschliessen will.

Text: B. Magazin