Unter den Gleisen

Unter den Gleisen

24/7-Schichtbetrieb auf und unter den Gleisen im Bahnhof Bern: Beim Projekt Zukunft Bahnhof Bern wird der Bahnhof des Regionalverkehrs Bern–Solothurn (RBS) komplett neu gebaut – 17 Meter unter den SBB-Gleisen.

«An so einem Projekt arbeitet man nur einmal im Leben, es ist riesig.» Bauführer Stephan Niklaus von der Kibag AG Bern hat alle Hände voll zu tun, und das nicht erst seit Start der 24-Stunden-Schichtarbeit Anfang Januar 2020. Worum gehts? Als erster U-Bahnhof der Schweiz eröffnete 1965 der kleine RBS-Bahnhof im Hauptbahnhof Bern. Damals rechnete die RBS mit täglich 16 000 Pendlern. Heute verkehren dort rund 60 000 Fahrgäste pro Tag. Es wird eng rund um die RBS-Gleise, denn nicht nur der Passagierstrom wird immer grösser, es braucht auch mehr und längere Züge für besseren Komfort und grössere Sicherheit.

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2017 haben die Bauarbeiten, die zum Gesamtprojekt Zukunft Bahnhof Bern gehören, begonnen. «Der neue Tiefbahnhof wird unterhalb der bestehenden Gleise 2 bis 7 der SBB gebaut. Die Perronebene liegt dann rund 17 Meter unter der SBB-Passage», erklärt Bauführer Stephan Niklaus. 

Der Beginn des neuen Jahrzehnts ist zugleich auch Startschuss für die Aushöhlung der Baugrube unter den Gleisen 12 und 13. Für diese Arbeiten steht ein Rund-um-die-Uhr-Betrieb auf dem Programm. Das Aufgebot: Ein Team von 60 Arbeitern im Drei-Schicht-Rhythmus.

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Zufahrt nur auf Schienen
«Wir können nicht mit Dumper oder Lastwagen auf die Baustelle fahren. Dafür haben wir die Gleisfahrzeuge», so Stephan Niklaus. «Die Zufahrt des Materials erfolgt ab unserem zweiten Installationsplatz auf der Aebimatte, das ist rund ein Kilometer ausserhalb des Bahnhofs. 

»Für die Teams und die Bauleitung heisst das: Planung ist das A und O, denn es kann nicht schnell mal ein zusätzlicher Kubikmeter Beton geliefert werden. Nachdem die Gleisbrücke eingebaut ist, gelangt das Team durch den Stollen zur Baustelle. «Wir werden nicht mehr mit Kranen oder grossen Maschinen arbeiten können, das wird alles mit Manpower gemacht», erklärt Stephan Niklaus.  Im Moment ist sein Team gut im Zeitplan. Fixfertig soll das Gesamtprojekt Zukunft Bahnhof Bern übrigens 2029 sein.

Text: B. Magazin